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Topinambur – Sichtschutz und Kartoffelersatz

Topinambur ist klasse. Man kann ihn als attraktiven Sichtschutz nutzen und die Knollen essen – sofern man das Glück hat Topinambur zu vertragen. (Wenn nicht, merkt man das sehr schnell an Blähungen.) Die turmhohen Stängel blühen ähnlich wie kleine Sonnenblumen und sofern man die Knollen nicht komplett erntet,  treibt die Staude jedes Jahr neu aus.

Wer Topinambur selber anbauen möchte, kann einfach die Knollen von der Gemüse-Theke nehmen – am besten aus dem Biomarkt . Im Spätwinter oder zeitigem Frühling (März bis April) mit etwa 30 cm Abstand 10 cm tief stecken. Topinambur gedeiht in jedem zuvor gelockerten Boden sofern er nicht zu schwer oder nass ist. Er ist recht anspruchslos, aber dankbar für eine Kompostgabe von ca. 3 l/m³ und ausreichend Wasser bei Trockenheit zwischen Juni und Oktober. Ideal ist ein warmer und sonniger Standort mit kalkhaltigem, lockerem Boden.

Topinamber - Knollen an der Pflanze
Frisch aus dem Boden gezogene Topinambur-Knollen. Den Regenwürmern gefällt es ganz offensichtlich – nicht verwunderlich, dass Topinambur ähnlich wie Kartoffeln einen guten „garen“ Boden hinterlässt.

Ernten kann man Topinambur (Helianthus tuberosus) sobald das Laub abgestorben ist und den ganzen Winter durch ganz nach Bedarf. Sogar strenger Frost bis ca. -30 °C kann den Knollen nichts anhaben und so lässt man sie am besten Ort und Stelle – im Boden bleiben sie am längsten frisch. Hilfreich ist es die Stelle zu markieren, denn bald sieht man oberirdisch nicht mehr viel von ihnen. Praktischerweise lässt man beim Zurückschneiden die Stängel auf 30 cm Höhe stehen. Selbst bei gründlicher Ernte bleiben meist genug kleine Knollen übrig für einen neuen Austrieb im folgenden Jahr. Wer Wühlmäuse hat, pflanzt die Knollen zum Schutz in Drahtkörben, Gittertöpfen oder Körben mit 15 mm Maschenweite.

Topinambur
Im Vordergrund eine aus dem Boden gezogene Topinambur-Pflanze mit Knollen. Dahinter die Topinambur-Hecke, die sich gegen die starke Konkurrenz der dreijährigen Ligusterhecke wacker hält.

Die mehrjährige, winterharte Staude wird je nach Sorte bis zu 3 m hoch. Optimal versorgt bildet Topinambur dichte grüne Hecken, die auch einen guten Windschutz bieten. Von August bis November trägt sie bis zu 10 cm große, gelbe Blüten. Sie ist mit der Sonnenblume (Helianthus annuus) eng verwandt und gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Unterirdisch verbreitet sich Topinambur durch Ausläufer, an denen ab dem Hochsommer Knollen entstehen.

Einige weitere Namen für Topinambur sind Erd-Artischoke, Erd-Apfel oder -Birne, Jerusalem-Artischoke und Indianerknolle. Noch mehr Namen führt Wikipedia auf.

Verwendung in der Küche
Die Knollen können  ungeschält fein geraspelt roh oder als Gemüse gekocht verspeist werden. Sie haben einen feinen, nussartigen Geschmack. Sie sind Reich an Eiweiß, Vitaminen (Carotin) und Mineralien und somit ein ideales Wintergemüse für Selbstversorger.  Besonders wertvoll sind sie  für Diabetiker, da der Mehrfach-Fruchtzucker Inulin ohne Hilfe von Insulin im Organismus abgebaut wird.