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Aubergine – die schöne schwarze

Auberginen (Solanum melongena) sind wärme- und sonnenhungrige Gemüsepflanzen und gedeihen in Weinbaugebieten wunderbar im Freien. Anderenorts ist es sicherer sie im Gewächshaus zu ziehen und wer vor allem den Ertrag im Auge hat, lässt sie auch in wärmeren Gefilden geschützt unter Dach wachsen.

Wer selber die Aubergine (wie sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem französischen abgeleitet bei uns heißt), auch als Eierfrucht/-pflanze (im englischen Sprachraum: eggplant) oder Melanzani (in Österreich hat sich die italienische Bezeichnung durchgesetzt) aus Samen ziehen möchte, muss früh anfangen, da die Pflanzen sich Zeit lassen zu wachsen. Ende Februar/Anfang März bei etwa 25 °C ist ideal. Ausgepflanzt wird sie 8 bis 12 Wochen später im Abstand von 45 cm. Wer sicher gehen will setzt sie erst nach den Eisheiligen also Ende Mai ins Freie (hier mehr Infos zu Eisheilige, Schafskälte & Co. ). Auberginen am besten mit halbverrottetem Kompost mulchen.

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Auberginenpflanze kupiert aber nicht ausgegeizt mit reicher Ernte

Ob die Aubergine kupiert und ausgegeizt werden sollte – darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.  Eine Empfehlung lautet den Haupttrieb in einer Höhe von 30 – 40 cm  zu kupieren, also abzuschneiden damit die Pflanze buschiger wächst. Dadurch wird sie stabiler und kann die schweren Früchte besser tragen.  Je nachdem wird die Aubergine dann  80 bis 150 cm hoch. Trotzdem ist ein Stab zur Stütze zusätzlich gut.

Andere empfehlen zusätzlich die Pflanze wie Tomaten, mit der sie auch verwandt ist, auszugeizen: Also die Triebe, die in den Blattachseln wachsen, auszubrechen. Nur den Trieb direkt unter der ersten erscheinenden Blüte lassen – dieser wird zu einem neuen Seitentrieb gezogen. Für die Ernte besonders großer Früchte lässt man maximal 3 Treibe mit je 2 Früchten stehen und entfernt weitere Fruchtansätze laufend. Man kann die Pflanze auch einfach wachsen lassen;-)

Aubergine ohne Kupieren und Ausgeizen
So wuchs meine erste Aubergine im Topf ganz ohne Schnitt und Ausgeizen – viele kleine Früchte

Eigentlich ist die Pflanze mehrjährig und verholzt geringfügig. Sie wird jedoch meist einjährig kultiviert, da die tiefen Wintertemperaturen nichts für das mediterrane Nachtschattengewächs ist. Meine sind jedenfalls erfroren. Außerdem stellt die Pflanze das Wachstum ein, wenn die Temperaturen unter 15 °C sinken.

Die schöne schwarze
Aubergine Lunga links und drei  Black Beauty rechts

Die Früchte meiner zwei Sorten (Melanzani Violetta Lunga 3, Black Beauty) sind reif wenn sie mindestens 10 cm lang sind. Das gilt natürlich nicht für die kleinfruchtigen Sorten. Aber für alle Auberginen gilt: Die Schale soll noch glänzen und drückt man leicht auf die Schale, sollte sie etwas nachgeben. Wenn nicht, ist sie noch unreif. Auberginen reifen etwas nach – aber nur etwas. Wenn die Schale bereits matt ist, dann ist die Frucht überreif,  die enthaltenen Kerne sind zäh und schmecken bitter. Reife Früchte schneidet man am besten mit einer Schere ab, da die Stiele recht zäh sein können. Und Achtung vor den Stacheln an den Stielen und grünen Kelchblättern – sie picksen ziemlich durchdringend.

Verwendung in der Küche

Kombiniert mit anderen mediterranen Gemüsen wie Zucchini, Tomaten, Paprika lassen sich unzähligen Varianten von  Aufläufen oder Pfannengerichte  zaubern – man denke an die frühen Klassiker:  die französische Ratatouille und die griechische Moussaka. Ganz pur glänzt die Aubergine als Antipasti, Bruschetta oder direkt vom sommerlichen Grill.

Wegen des enthaltenen Solanins darf die Aubergine nicht roh verzehrt werden. Wer bei der Zubereitung auf die Menge des zum Entwässern verwendeten Salzes sowie das zum Braten verwendeten Öls etwas reduziert, hat noch mehr von der Frucht. Denn von Natur aus, ist die Aubergine gesund.