Artischocke – leckere Knospe, bildschöne Blüte

Artischokenernte
Meine Ernte der Artischoke der Sorte Vert Globe

Die Artischocke (Cynara Scolymus) ist eine imposante Staude, die 1 bis 2 Meter hoch und fast 1 m breit wird. Einige Sorten dieser Korbblütler (Asteraceae) bilden erst im zweiten Jahr Blüten. Humosen, nährstoffreichen Boden und viel Wasser braucht die Artischocke, um die essbaren Blütenknospen auszubilden. Bei besten Bedingungen entwickelt sie 6 bis 8 Knospen – die ersten erscheinen im Juni. Wer sie nicht essen möchte, lässt sie aufblühen und erfreut sich an den distelartigen intensiv blauen Blüten im Zeitraum Juli  bis September.

Artischoke aufgeblüht-1
Artischoke in voller Blüte

Viele Wege führen zur eigenen Pflanze – selbst aussäen, Jungpflanzen kaufen oder Schösslinge einer Mutterpflanze gewinnen. Dazu wird eine Pflanze im Mai ausgegraben, die untersten Blätter entfernt und der Wurzelstock geteilt. Der Anbau lohnt sich nur in wärmeren Lagen und sogar in Weinbaugebieten überleben nicht alle – und vor allem ganz junge – Pflanzen einen frostigen Winter.

Der Versuch lohnt sich. Die Staude wird bis 7 Jahre alt. Mit dieser Hilfe und etwas Glück schafft sie es über den Winter: das Laub zusammenbinden, Erde um den Fuß der  Pflanze anhäufeln und mit Laub oder Reisig mulchen.

Artischoke von Läusen geliebt
Meine Artischocke wird auch von Läusen geliebt

Blattläuse können zum Problem werden (siehe Bild) und eine weitere Gefahr droht vor allem jungen Pflanzen: Schnecken. Meine einjährige Artischocke wurde beim Neuaustrieb im Frühjahr restlos aufgefressen. Scheinbar lieben die Plagegeister Artischoken.

Pflanzung erst ab Mai. Die Artischocke hat einen großen Nährstoffbedarf und einen großen Platzbedarf von 1 x 1 Meter. Das heißt sie gehört in den Boden und ist nicht wirklich  was für Kübel, Töpfe oder Kästen. Bis die Pflanze ausgewachsen ist, sind Kohl und Salat als Mischkulturen geeignet. Ursprünglich aus dem  Mittelmeerraum stammend, braucht die Artischocke viel Sonne,  Wärme und Winterschutz.

Verwendung in der Küche
Wer die Delikatesse und als Rarität bei uns gesehene Artischocke als essbare Knospe genießen möchte, lässt sie nicht aufblühen. Vor allen bei frischgepflanzten Exemplaren schwächt das die Pflanze für das nächste Jahr.  Sie muss etwa 45 Minuten in Salzwasser kochen; manche binden eine Scheibe Zitrone an den Stielansatz.  Klassisch genossen wird sie als so: Man zupft die Blütenblätter einzeln ab, taucht das untere Drittel in eine Vinaigrette und zieht das fleischige Stück mit den Zähnen ab. Beim Herz angekommen entfernt man das sogenannte Heu und kann den Boden verzehren. Die Artischocke enthält Bitterstoffe, vor allem Cynaropikrin und wird auch als Heilpflanze genutzt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.