Aubergine – die schöne schwarze

Auberginen (Solanum melongena) sind wärme- und sonnenhungrige Gemüsepflanzen und gedeihen in Weinbaugebieten wunderbar im Freien. Anderenorts ist es sicherer sie im Gewächshaus zu ziehen und wer vor allem den Ertrag im Auge hat, lässt sie auch in wärmeren Gefilden geschützt unter Dach wachsen.

Wer selber die Aubergine (wie sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem französischen abgeleitet bei uns heißt), auch als Eierfrucht/-pflanze (im englischen Sprachraum: eggplant) oder Melanzani (in Österreich hat sich die italienische Bezeichnung durchgesetzt) aus Samen ziehen möchte, muss früh anfangen, da die Pflanzen sich Zeit lassen zu wachsen. Ende Februar/Anfang März bei etwa 25 °C ist ideal. Ausgepflanzt wird sie 8 bis 12 Wochen später im Abstand von 45 cm. Wer sicher gehen will setzt sie erst nach den Eisheiligen also Ende Mai ins Freie (hier mehr Infos zu Eisheilige, Schafskälte & Co. ). Auberginen am besten mit halbverrottetem Kompost mulchen.

Aubergine-1
Auberginenpflanze kupiert aber nicht ausgegeizt mit reicher Ernte

Ob die Aubergine kupiert und ausgegeizt werden sollte – darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.  Eine Empfehlung lautet den Haupttrieb in einer Höhe von 30 – 40 cm  zu kupieren, also abzuschneiden damit die Pflanze buschiger wächst. Dadurch wird sie stabiler und kann die schweren Früchte besser tragen.  Je nachdem wird die Aubergine dann  80 bis 150 cm hoch. Trotzdem ist ein Stab zur Stütze zusätzlich gut.

Andere empfehlen zusätzlich die Pflanze wie Tomaten, mit der sie auch verwandt ist, auszugeizen: Also die Triebe, die in den Blattachseln wachsen, auszubrechen. Nur den Trieb direkt unter der ersten erscheinenden Blüte lassen – dieser wird zu einem neuen Seitentrieb gezogen. Für die Ernte besonders großer Früchte lässt man maximal 3 Treibe mit je 2 Früchten stehen und entfernt weitere Fruchtansätze laufend. Man kann die Pflanze auch einfach wachsen lassen;-)

Aubergine ohne Kupieren und Ausgeizen
So wuchs meine erste Aubergine im Topf ganz ohne Schnitt und Ausgeizen – viele kleine Früchte

Eigentlich ist die Pflanze mehrjährig und verholzt geringfügig. Sie wird jedoch meist einjährig kultiviert, da die tiefen Wintertemperaturen nichts für das mediterrane Nachtschattengewächs ist. Meine sind jedenfalls erfroren. Außerdem stellt die Pflanze das Wachstum ein, wenn die Temperaturen unter 15 °C sinken.

Die schöne schwarze
Aubergine Lunga links und drei  Black Beauty rechts

Die Früchte meiner zwei Sorten (Melanzani Violetta Lunga 3, Black Beauty) sind reif wenn sie mindestens 10 cm lang sind. Das gilt natürlich nicht für die kleinfruchtigen Sorten. Aber für alle Auberginen gilt: Die Schale soll noch glänzen und drückt man leicht auf die Schale, sollte sie etwas nachgeben. Wenn nicht, ist sie noch unreif. Auberginen reifen etwas nach – aber nur etwas. Wenn die Schale bereits matt ist, dann ist die Frucht überreif,  die enthaltenen Kerne sind zäh und schmecken bitter. Reife Früchte schneidet man am besten mit einer Schere ab, da die Stiele recht zäh sein können. Und Achtung vor den Stacheln an den Stielen und grünen Kelchblättern – sie picksen ziemlich durchdringend.

Verwendung in der Küche

Kombiniert mit anderen mediterranen Gemüsen wie Zucchini, Tomaten, Paprika lassen sich unzähligen Varianten von  Aufläufen oder Pfannengerichte  zaubern – man denke an die frühen Klassiker:  die französische Ratatouille und die griechische Moussaka. Ganz pur glänzt die Aubergine als Antipasti, Bruschetta oder direkt vom sommerlichen Grill.

Wegen des enthaltenen Solanins darf die Aubergine nicht roh verzehrt werden. Wer bei der Zubereitung auf die Menge des zum Entwässern verwendeten Salzes sowie das zum Braten verwendeten Öls etwas reduziert, hat noch mehr von der Frucht. Denn von Natur aus, ist die Aubergine gesund.

Rhabarber – das Obst, das ein Gemüse ist

Rhabarber ist eine ausdauernde Staude:  Einmal gepflanzt kann man gut bis zu  7 Jahre lang ernten. Eine wahre Freude ohne viel Zutun unsererseits. Das Knöterichgewächs (PolygonaceaeRhabarber (Rheum Rhabarbarum) bereiten wir wie Obst zu, botanisch gehört er jedoch zu den Gemüsen.

Rhabarber selber aus Samen ziehen geht. Einfacher geht’s mit gekauften Pflänzchen oder ein geschenktes Teilstück eines lieben Gärtners – oder natürlich einer netten Gärtnerin. Eingepflanzt in tiefgründige, nährstoffreiche, Feuchtigkeit gut haltende Erde braucht die Staude Rhabarber in den folgenden Jahren nur eine gute Portion Kompost nach der Ernte. Mulchen ist empfehlenswert – wie immer;)

Rhabarber wächst wunderbar auch in kühlem Klima, ist frosthart und mag sowohl Halbschatten zum Beispiel unter Obstbäumen wie auch die pralle Sonne. Gepflanzt wird im Frühling oder Herbst mit einem Meter Abstand. Bis der Rhabarber ausgewachsen ist, kann man gut Salat oder Spinat dazwischen wachsen lassen. Am besten etwas in den Hintergrund pflanzen, da die Staude sehr groß werden kann und im Spätsommer die riesigen Blätter oft braun werden. Neue Pflanzen lässt man das erste Jahr in Ruhe wachsen.

Frühe Ernte und schnelles Wachstem erreicht man durch sogenanntes Treiben: Im Frühling über die ersten Triebknospen einen Eimer stülpen. Ich bedecke die Pflanze vorher noch mit grobem halbreifen Kompost. Achtung immer mal nachschauen damit es euch nicht so geht wie mir: Die Blätter sind am schwarzen Eimerrand angestoßen und verbrannt.  War aber nicht so schlimm. Am 10. Mai konnte ich die ersten 700 g Rhabarber-Stängel meiner dreijährigen Pflanze ernten.

Die erste Ernte ist im Jahr nach der Pflanzung damit der Rhabarber gut einwächst und Kraft holt. Zur Ernte dreht man die Stängel  am Wurzelhals ab und nimmt immer nur einen Teil. Die Pflanze soll ja weiter wachsen. Ich schneide die Blätter vor Ort ab und nutze sie sogleich als Mulch für den Rhabarber. Bis Ende Juni/Anfang Juli kann man ernten. Ab August beginnt die Ruhephase des Rhabarbers.

Verwendung in der Küche

Rhabarber-1
Rhabarber geschält und klein geschnitten

Die roten Stängel waschen und die Enden entfernen. Wer es etwas milder mag, zieht gleich die Schale mit ab.  Die Stangen sind als Kompott oder als Zutat zu Erdbeer-Rhabarber-Konfitüre lecker. Klassisch ist der Rhabarberkuchen.

Rhabarber ist gesund mit vielen Fruchtsäuren und Vitamin C. Er enthält aber auch viel Oxalsäure (460 mg pro 100 g), dass gerne eine Verbindung mit Kalzium, Eisen und Magnesium  eingeht – und deshalb auch schon als „Kalziumräuber“ bekannt ist. Am besten kalziumhaltige Lebensmittel, z.B. Milchprodukte, gleichzeitig verzehren. Da die Resorption (Aufnahme) von Eisen durch hohe Mengen Oxalsäure beeinträchtigt wird, sollte Eisen separat zugeführt werden. Den Oxalsäuregehalt reduziert man durch blanchieren und verwerfen des Kochwassers. Generell gilt vor allem für Kinder und Menschen mit Neigung zu Nierensteinen: in Maßen genießen.

Das pelzige oder stumpfe Gefühl auf den Zähnen rührt auch von der Oxalsäure her. Der Zahnschmelz wird aufgeraut; deshalb frühestens eine halbe Stunde nach Verzehr Zähne putzen. Das gilt aber auch für Äpfel.

Wer eine Spezialität ausprobieren möchte, kann die dicken, geschlossenen Blütenknospen wie Brokkoli dünsten.

 

Das beste Erbeerkonfitüre-Rezept

Wer hat das beste Rezept für Erdbeerkonfitüre – oder für  Erdbeermarmelade, wie wir es früher nannten?

In Deutschland ist die offizielle Bezeichnung Marmelade für Fruchtaufstriche mit Zitrusfrüchten reserviert. Für mich zwar nicht ganz einleuchtend, da das Wort Marmelade sich von „marmelo“ ableitet – das  portugiesische Wort für das Rosengewächs Quitte. Die Bezeichnung Konfitüre gefällt mir aber, und so nenne ich meine Fruchtaufstriche von nun an Konfitüren.

Meine reiche Bio-Erdbeerernte war bereits auf  7,7 kg im Mai 2015 angewachsen. Bisher hatte ich mit bereitwilliger Unterstützung meiner 3 Jungs die süßen Leckereien direkt vernaschst.

Erdbeerernte-1-2
Erdbeerernte

Doch nach vielen, vielen Erdbeeren mit Sahne, Erdbeer-Smoothies,  -Saucen und dann noch Erdbeer-Eis und -Sorbet gab es dieses Jahr immer noch jede Menge Erdbeeren. Ein Novum für uns –  dieses Jahr sollte es zum ersten Mal eigene Erdbeermarmelade bzw. Erdbeerkonfitüre geben. Doch nach welchem Rezept?

Ich habe letzte Woche fünf verschiedene Erdbeermarmelade- bzw. Erdbeerkonfitüre-Rezepte ausprobiert. Ich wollte möglichst Erdbeere pur;  die Kids lieber Zuckersüß. Und es sollten vorrangig Bio-Zutaten mit meinen Bio-Erdbeeren sowie alternative Geliermittel ins Glas wandern. Ach, und ein Teil meiner Rhabarberernte sollte auch dabei sein.

Die ersten beiden Erdbeerkonfitüren sind mit ganz wenig Zucker und  mit einem alternativen Geliermittel gekocht. (Nachteil: Erdbeerkonfitüre sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden, Vorteil: besonders fruchtig und eben wenig Zucker):

Erdbeerkonfitüre-1
Von links nach rechts: Erdbeerkonfitüren Nummer 3, 2 und 4

Nummer 1 – Erdbeerkonfitüre mit wenig Ahornsirup und Agar Agar 5:1

500 g  Erdbeeren
100 g  Ahornsirup
1,5 TL  Agar Agar
1 TL Zitronensaft

Nummer 2 – Erdbeerkonfitüre mit wenig Rohrohrzucker und Agar Agar 5:1

500 g  Erdbeeren
100 g Rohrohrzucker
1 TL  Agar Agar
1 TL Zitronensaft

Ins dritte Rezept wanderte auch ein Teil der Rhabarberernte:

Nummer 3 – Erdbeer-Rhabarber-Konfitüre mit wenig Bio-Gelierzucker (Alnatura) und Vanille, etwa 2,4:1

700 g Erdbeeren
500 g  Rhabarber
500 g Gelierzucker
1 Saft einer Bio-Zitrone
1 Mark einer Vanilleschote

 

Das vierte Rezept: Mal ganz ohne kochen. 

Nummer 4 – kalt gerührte pürierte Erdbeerkonfitüre mit Johannisbrotmehl, etwa 2,5:1

250 g Erdbeeren
100 g ganz feinem (herkömmlichen Süd)Zucker
1/2 TL Johannisbrotmehl
1 TL Zitronensaft

Nummer 5 = Nummer 2 in süßer Variante mit mehr Zucker für die Kids und „restlichen“  Erdbeeren, Rohrohrzucker und Agar Agar, fast 2,5:1

620 g  Erdbeeren
250 g Rohrohrzucker
1 TL  Agar Agar
2 TL Zitronensaft

Geschmackstest im Vergleich und Beurteilung folgt;-)

Vorab schon mal: Konfitüre mit Agar Agar geliert stärker zeitverzögert.

 

Artischocke – leckere Knospe, bildschöne Blüte

Artischokenernte
Meine Ernte der Artischoke der Sorte Vert Globe

Die Artischocke (Cynara Scolymus) ist eine imposante Staude, die 1 bis 2 Meter hoch und fast 1 m breit wird. Einige Sorten dieser Korbblütler (Asteraceae) bilden erst im zweiten Jahr Blüten. Humosen, nährstoffreichen Boden und viel Wasser braucht die Artischocke, um die essbaren Blütenknospen auszubilden. Bei besten Bedingungen entwickelt sie 6 bis 8 Knospen – die ersten erscheinen im Juni. Wer sie nicht essen möchte, lässt sie aufblühen und erfreut sich an den distelartigen intensiv blauen Blüten im Zeitraum Juli  bis September.

Artischoke aufgeblüht-1
Artischoke in voller Blüte

Viele Wege führen zur eigenen Pflanze – selbst aussäen, Jungpflanzen kaufen oder Schösslinge einer Mutterpflanze gewinnen. Dazu wird eine Pflanze im Mai ausgegraben, die untersten Blätter entfernt und der Wurzelstock geteilt. Der Anbau lohnt sich nur in wärmeren Lagen und sogar in Weinbaugebieten überleben nicht alle – und vor allem ganz junge – Pflanzen einen frostigen Winter.

Der Versuch lohnt sich. Die Staude wird bis 7 Jahre alt. Mit dieser Hilfe und etwas Glück schafft sie es über den Winter: das Laub zusammenbinden, Erde um den Fuß der  Pflanze anhäufeln und mit Laub oder Reisig mulchen.

Artischoke von Läusen geliebt
Meine Artischocke wird auch von Läusen geliebt

Blattläuse können zum Problem werden (siehe Bild) und eine weitere Gefahr droht vor allem jungen Pflanzen: Schnecken. Meine einjährige Artischocke wurde beim Neuaustrieb im Frühjahr restlos aufgefressen. Scheinbar lieben die Plagegeister Artischoken.

Pflanzung erst ab Mai. Die Artischocke hat einen großen Nährstoffbedarf und einen großen Platzbedarf von 1 x 1 Meter. Das heißt sie gehört in den Boden und ist nicht wirklich  was für Kübel, Töpfe oder Kästen. Bis die Pflanze ausgewachsen ist, sind Kohl und Salat als Mischkulturen geeignet. Ursprünglich aus dem  Mittelmeerraum stammend, braucht die Artischocke viel Sonne,  Wärme und Winterschutz.

Verwendung in der Küche
Wer die Delikatesse und als Rarität bei uns gesehene Artischocke als essbare Knospe genießen möchte, lässt sie nicht aufblühen. Vor allen bei frischgepflanzten Exemplaren schwächt das die Pflanze für das nächste Jahr.  Sie muss etwa 45 Minuten in Salzwasser kochen; manche binden eine Scheibe Zitrone an den Stielansatz.  Klassisch genossen wird sie als so: Man zupft die Blütenblätter einzeln ab, taucht das untere Drittel in eine Vinaigrette und zieht das fleischige Stück mit den Zähnen ab. Beim Herz angekommen entfernt man das sogenannte Heu und kann den Boden verzehren. Die Artischocke enthält Bitterstoffe, vor allem Cynaropikrin und wird auch als Heilpflanze genutzt.

 

Grünkohl – Wintergemüse bringt Struktur in den Garten

Kohl gehört nicht gerade zu meinem bevorzugten Gemüse – zumindest nicht in der Küche. Aber als Strukturgeber im Garten macht er sich prächtig. Es lohnt sich die verschieden Sorten anzuschauen: den  eigentlichen Grünkohl mit seinen gekräuselten Blättern (Brassica oleracea convar. acephala var. sabellica) sowie die auch als Palmkohl bezeichneten Sorten Schwarzkohl Cavolo Nero (Brassica oleracea convar. acephala var. viridis) und den fast glattblättrigen Red Russian (Brassica napus var. pabularia). Im hinteren Bereich eines Beetes macht er als markanten Blickfang vom Sommer bis in den tiefsten Winter eine gute Figur.

Grünkohl im Schnee

Grünkohl braucht zwar relativ nährstoffreichen und eigentlich durchlässigen Boden. Bei mir gedeiht er trotz relativ dichtem Lehmboden. Das schönste ist: Er benötigt kaum Pflege und erreicht wenn früh ausgepflanzt und optimal versorgt, eine stattliche Höhe von bis zu 1.20 m. Man sollte ihm entsprechend mindestens 50 cm2 Platz geben. Weil er alles um ihn herum in den Schatten stellt, kombiniert man ihn am besten mit Pflanzen, die nicht soviel Licht benötigen wie Mangold.

Erntezeit ist generell von Oktober bis Februar. Oft heißt es, er schmecke erst richtig gut nach dem ersten Frost. Doch es kommt im eigenen Anbau nicht auf den Frost an sondern auf die späte Ernte und kühleren Temperaturen an. Der reife Grünkohl enthält kaum noch Stärke, bildet durch die weiterhin ablaufende Photosynthese der lebenden Pflanze jedoch noch Traubenzucker. Wegen den geringeren Temperaturen ist der Stoffwechsel eingeschränkt, der Traubenzucker wird somit nicht gebraucht und deshalb in den Blättern gespeichert. Imitieren kann man den Effekt deshalb nicht durch Einfrieren des geernteten Gemüses. In der industriellen Landwirtschaft werden Sorten verwendet, die von vorne herein einen höheren Zuckeranteil besitzen und für ein ähnlich wohlschmeckendes Erlebnis deshalb früher geerntet werden können. Ab -10°C erfriert aber auch der Grünkohl – also auf jeden Fall rechtzeitig vor strengem Frost ernten!

Wer den Grünkohl nicht komplett erntet und ihn im zweiten Jahr blühen lässt, kann Samen sammeln oder ihn sich selbst aussäen lassen. Grünkohl funktioniert auch als Solitär im Topf.

Jungpflanzen schützt man am besten vor Schnecken, größere Pflanzen vertragen einige Mitessende. Grüne Raupen sind zwar schwer zu entdecken, verraten sich aber durch ihren schwarzen Kot – man sammelt sie einfach ab. Ein echter Plagegeist ist in manchen Jahren die Weiße Fliege. Wer den Grünkohl auf jeden Fall verspeisen möchte, greift zum Gemüsenetz. Da ich hauptsächlich auf den dekorativen Effekt des Kohls aus bin, nehme ich’s wie’s kommt. Frei nach dem Motto: Leben und leben lassen.

Verwendung in der Küche
Grünkohl schmeckt in Suppen und Eintöpfen oder als Pfannengemüse mit Butter oder Parmesan. Etwa drei Wochen alte Keimpflänzchen, sogenannte Microgreens, oder sehr junge Blätter schmecken auch roh und sehr aromatisch in Salaten oder direkt auf Brot. Wer Lust auf echten Knusper-Spaß hat, verknetet sie mit Öl, breitet sie auf ein Backblech aus und schiebt sie bei ca. 150 °C für etwa 15 min in den heißen Ofen bis die Ränder leicht gebräunt sind. Leicht gesalzen erhält man so die wohl gesündesten Chips der Welt.

Topinambur – Sichtschutz und Kartoffelersatz

Topinambur ist klasse. Man kann ihn als attraktiven Sichtschutz nutzen und die Knollen essen – sofern man das Glück hat Topinambur zu vertragen. (Wenn nicht, merkt man das sehr schnell an Blähungen.) Die turmhohen Stängel blühen ähnlich wie kleine Sonnenblumen und sofern man die Knollen nicht komplett erntet,  treibt die Staude jedes Jahr neu aus.

Wer Topinambur selber anbauen möchte, kann einfach die Knollen von der Gemüse-Theke nehmen – am besten aus dem Biomarkt . Im Spätwinter oder zeitigem Frühling (März bis April) mit etwa 30 cm Abstand 10 cm tief stecken. Topinambur gedeiht in jedem zuvor gelockerten Boden sofern er nicht zu schwer oder nass ist. Er ist recht anspruchslos, aber dankbar für eine Kompostgabe von ca. 3 l/m³ und ausreichend Wasser bei Trockenheit zwischen Juni und Oktober. Ideal ist ein warmer und sonniger Standort mit kalkhaltigem, lockerem Boden.

Topinamber - Knollen an der Pflanze
Frisch aus dem Boden gezogene Topinambur-Knollen. Den Regenwürmern gefällt es ganz offensichtlich – nicht verwunderlich, dass Topinambur ähnlich wie Kartoffeln einen guten „garen“ Boden hinterlässt.

Ernten kann man Topinambur (Helianthus tuberosus) sobald das Laub abgestorben ist und den ganzen Winter durch ganz nach Bedarf. Sogar strenger Frost bis ca. -30 °C kann den Knollen nichts anhaben und so lässt man sie am besten Ort und Stelle – im Boden bleiben sie am längsten frisch. Hilfreich ist es die Stelle zu markieren, denn bald sieht man oberirdisch nicht mehr viel von ihnen. Praktischerweise lässt man beim Zurückschneiden die Stängel auf 30 cm Höhe stehen. Selbst bei gründlicher Ernte bleiben meist genug kleine Knollen übrig für einen neuen Austrieb im folgenden Jahr. Wer Wühlmäuse hat, pflanzt die Knollen zum Schutz in Drahtkörben, Gittertöpfen oder Körben mit 15 mm Maschenweite.

Topinambur
Im Vordergrund eine aus dem Boden gezogene Topinambur-Pflanze mit Knollen. Dahinter die Topinambur-Hecke, die sich gegen die starke Konkurrenz der dreijährigen Ligusterhecke wacker hält.

Die mehrjährige, winterharte Staude wird je nach Sorte bis zu 3 m hoch. Optimal versorgt bildet Topinambur dichte grüne Hecken, die auch einen guten Windschutz bieten. Von August bis November trägt sie bis zu 10 cm große, gelbe Blüten. Sie ist mit der Sonnenblume (Helianthus annuus) eng verwandt und gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Unterirdisch verbreitet sich Topinambur durch Ausläufer, an denen ab dem Hochsommer Knollen entstehen.

Einige weitere Namen für Topinambur sind Erd-Artischoke, Erd-Apfel oder -Birne, Jerusalem-Artischoke und Indianerknolle. Noch mehr Namen führt Wikipedia auf.

Verwendung in der Küche
Die Knollen können  ungeschält fein geraspelt roh oder als Gemüse gekocht verspeist werden. Sie haben einen feinen, nussartigen Geschmack. Sie sind Reich an Eiweiß, Vitaminen (Carotin) und Mineralien und somit ein ideales Wintergemüse für Selbstversorger.  Besonders wertvoll sind sie  für Diabetiker, da der Mehrfach-Fruchtzucker Inulin ohne Hilfe von Insulin im Organismus abgebaut wird.

Drosophilia suzukii macht sich über Himbeeren her

Riesen-Himbeere
Herbst-Himbeere Pokusa

Endlich wuchsen die Herbst-Himbeeren richtig an, trieben kräftig aus  – und  schürten die große Hoffnung. Vielversprechend blühten sie auf und setzen wunderbare Früchte an. Die ersten süßen Beeren naschten wir direkt vom Strauch – ein Hochgenuss. Am 4. September ernteten wir das allererste 250 g-Schälchen.

Und dann kam Drosophilia suzukii. Erst unbemerkt. Aber kaum 15 Tage nach der ersten gescheiten Menge Himbeeren fielen mir merkwürdig überreif anmutenden Beeren auf. Dabei erntete ich fast jeden Tag. Bei näherer Betrachtung entdeckte ich winzige weiße Maden in den reiferen roten Früchten. Was war das nur? Der Himbeerkäfer soll ja nur an den Sommer-Himbeeren auftreten. Ob der milde Winter 2013 alles durcheinander gebracht hat?

Made in der gerade gereiften Himbeere – sorry, die Made ist unscharf (wollte sie wohl nicht wirklich sehen:-)

Egal. Meine Devise: Retten was zu retten war. Ganz schnell die intakten Beeren ernten – dachte ich. Aber waren sie wirklich noch nicht befallen? Der Versuch sollte Aufklärung bringen: Drei der allerschönsten, festen und gerade eben ausgereiften Beeren wanderten in ein Glas mit Schraubverschluss. Ein Funken Hoffnung blieb. Ganze 2 kg Ernte  hatte ich bis zum 19. September gesichert und die drei Sträucher hingen voll – der Herbst war noch lang. Und dann sah ich im Glas die Maden, beobachtete ihre Verpuppung und schließlich die Flüge. Das war’s dann. Der gesamten Familie war nun Appetit vergangen.

Was war das für eine Plage? Ich wollte es wissen, holte professionellen Rat ein und erfuhr:  Die Himbeeren  waren von den Larven der sogenannten Kirschessigfliege (Drosophilia suzukii ) befallen. Sie sieht fast genauso aus wie die Fruchtfliege (Drosophilia melanogaster), die man sich oft beim Obst-Einkauf einschleppt aber dafür nur überreife, faulende und damit schon ungenießbarere Früchte zur Eiablage nutzt.

Biogarten -5
Nahaufnahme Drosophilia suzukii auf der Herbst-Himbeere Pokusa

Drosophilia suzukii wurde vor drei Jahren erstmalig in Deutschland gesichtet und hat sich 2014 vermutlich aufgrund der milden Temperaturen im vergangenen Winter drastisch vermehrt und ausgebreitet.

Leider weiß man in Fachkreisen noch nicht allzuviel über die Vermehrung und Überwinterung. Was man bisher weiß, ist hier  zu finden. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die befallenen Früchte in verschlossenen Plastiktüten in der Restmülltonne entsorgt werden, um die Weiterverbreitung zu verhindern. Leider habe ich das zu spät erfahren – einige der ersten Früchte sind in meinem Komposter gelandet.

Die Pflanzenschutzämter sind sehr daran interessiert, den momentanen Verbreitungsstatus der Kirschessigfliege zu erfahren. Bei professionellem Anbau und Befall besteht sogar Meldepflicht. Privatpersonen müssen nicht aktiv werden – es ist allerdings hilfreich, wenn sie mithelfen die Ausbreitung des Schädlings zu verfolgen. Dazu kann man sich auf der Website des Julius-Kühn-Instituts, dem Bundesforschungsinstitut für Pflanzengesundheit, ein Melde-Formular zum Ausfüllen runterladen. Wenn man mithelfen will, sendet man es dieses an die für das eigene Bundesland zuständige Landesbehörde. Leider sind die Kontaktstellen nicht leicht zu finden: hier der direkte Link zur Liste.